Interview mit Thomas Gläser, Entwickler des Logos der Fachgruppe Be-greifbare Interaktion

Hallo Thomas, Du hast den Wettbewerb zur Gestaltung des Logos unserer Fachgruppe Be-greifbare Interaktion gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt möchten wir etwas über Dich erfahren. Fangen wir mal damit an, wo Du das Gestalten und Entwerfen gelernt hast.

Ich habe das Gestalten quasi schon in die Wiege gelegt bekommen. Schon in der Grundschule habe ich die Freundschaftshefte aller Leute aus meiner Klasse verzieren dürfen (lacht). Ich habe erst klassisch eine Mediengestalter Ausbildung bei der Augsburger Allgemeinen Zeitung gemacht. Viel Druckvorstufe und wenig interaktiv. Erst in meinem Studium an der HfG Schwäbisch Gmünd und der FH Joanneum Graz bin ich dann „interaktiv“ geworden. Dort habe ich das notwendige Rüstzeug zum Interaction Designer mitbekommen. Anfänglich mehr im Bereich der Medien-Installationen, während meiner Zeit bei BMW mehr in Richtung reines User Interface Design. Die beiden Strömungen konnte ich dann während meiner Zeit bei meinem eigenen Designstudio envis precisely zusammenführen. Dort habe ich fünf Jahre lang die unterschiedlichsten Projekte leiten können. Von Android-Apps bis raumfüllenden Touch-Installationen. Im Job an sich konnte ich auch einiges lernen.

Welche Talente hast Du außerdem?

Ich spiele leidenschaftlich gerne Basketball und war letzte Saison mit meinem Team vom FC Bayern Basketball IV Bezirksligameister Süd falls das jemand Interessiert (lacht).

Be-greifbare Interaktion – was verbindest Du damit?

Einerseits wirklich greifbare Interaktion im Sinne von Tangible User Interfaces und alles was man unter sogenannten Natural User Interfaces versteht. Im Endeffekt alternative Interaktionsmöglichkeiten die unsere bekannten Eingabemöglichkeiten wie Touchscreen, Maus und Tastatur möglichst natürlich und der Anwendung entsprechend erweitern. Begreifbar steht dabei noch für die einfache Erlernbarkeit oder im Bestenfall die Nutzung dieser neuen Interaktionen aus dem Stegreif heraus.

Womit beschäftigst Du Dich beim DelighteX eigentlich?

Wir sind ein Münchner Startup um den JetBrains Mitgründer Eugene Belyaev herum. Unser 12-köpfiges Team besteht aus Entwicklern, Coaches und Designern. Wir verbinden benutzerzentrierte Gestaltung mit moderner Technologie und Know-How aus der Psychologie um Anwendungen zu schaffen, die uns helfen sollen bewusster zu handeln. Unser erstes Produkt ist CoachingSpaces (http://coachingspaces.com/), eine kollaborative Visualisierungsplatform für Coaches und Klienten. Hier können beide Parteien in einem 3D-Raum online Figuren, Bilder und Karten nutzen um Probleme und Lösungen zu visualisieren. Ich kenne aktuell keine andere Platform, die das kann. Das ist eine Herausforderung, da einige UX-Fragen eben noch nicht beantwortet wurden. Ich kümmere mich als Head of User Experience um die Bereiche: User Research, UI-Konzeption und Prototyping sowie Produktmanagement und Kommunikation. Bei einem Startup sind die Grenzen fließend und jeder macht einfach dass, was er gut kann und das Startup nach vorne bringt. Aktuell erweitere ich gerade unser Team um einen Creative Front-end Developer. Falls uns jemand mit voranbringen will. Wir sind immer offen für neue, smarte Leute.

Neben Deinen vielen anderen Tätigkeiten organisierst Du auch die push-Konferenz? Worum geht es dort und wer kommt dorthin?

Die push.conference habe ich vor 4 Jahren bei envis precisely ins Leben gerufen. Die Idee kam aus der Arbeit heraus, da wir persönlich Design und Code immer in Verbindung sehen. Die Prozesse und Methoden sind gleich. Egal ob wir eine iPhone-App entwickeln oder raumgreifende Medieninstallation. Mit der push.conference vereinen wir an zwei Tagen Themen aus dem Bereich User Experience Design und Creative Coding. Somit schlagen wir die Brücke zwischen angewandten Designlösungen und innovativer Medienkunst. Sprecher der letzten Jahre und deren Vorträge gibt es in unserem Online-Archiv.

Wir erwarten auch dieses Jahr wieder über 400 Designer und Entwickler aus ganz Europa, die sich am Freitag und Samstag (10. & 11. Oktober 2014) in der Alten Kongresshalle in München treffen um sich von den Vorträgen inspirieren zu lassen. Aktuell haben wir wieder einige sehr interessante Sprecher wie u.a. Ben Fry (Co-Founder Processing), Daniel Burka (Prototyper bei Google Ventures), Josh Carpenter (Virtual Reality Researcher von Mozilla), Lauren McCarthy (Interaction Artist) oder Razan Sadeq (Experience Researcher). Tickets und mehr Infos gibt es im Netu (http://push-conference.com/2014/)

Was für Pläne für die Zukunft hast Du?

Beruflich ist das oberste Ziel erstmal CoachingSpaces voranzubringen. Wir haben das Produkt diesen Januar offiziell vorgestellt und sind aktuell in der offenen, kostenlosen Beta. Die letzten Wochen haben wir es auch auf einigen Coaching Konferenzen wie auf der Coaching meet Research vorgestellt und wertvolles Feedback gesammelt. Da passiert gerade sehr viel und wir werden unser Produkt noch einmal um 2D-Räume erweitern. Außerdem haben wir noch andere App-Ideen im Hinterkopf die wir noch angehen werden. Da sind wir die nächsten Monate und Jahre beschäftigt. Ansonsten mache ich keine langfristigen Pläne, sondern versuche einfach immer so flexibel wie möglich zu bleiben.

 Herzlichen Dank für das Interview und natürlich auch noch einmal für das Logo.

 

Kontakt zu Thomas Gläser:

DelighteX GmbH

Elsenheimerstraße 47

80687 München

Tel.: +49 89 21 55 35 49 – 1

http://about.me/thomasglaeser/

https://www.xing.com/profile/Thomas_Glaeser3

https://twitter.com/Thomas_Glaeser

 

Das Interview führte Habakuk Israel.

 

 

Logo der Fachgruppe Be-greifbare Interaktion